Von Karol Malicki | Leiter des technischen Vertriebs-Supports, SMC Polen
JUNI 2026
Ohne Messdaten bleibt der Zustand Ihres Druckluftsystems im Verborgenen. Die gute Nachricht: Der Einstieg in mehr Transparenz ist einfacher, als viele denken, und schafft schnell die Basis für mehr Effizienz, Kontrolle und Nachhaltigkeit.
Ohne Messung keine Kontrolle. Ohne Daten keine Klarheit.
Oder einfach gesagt: Was nicht gemessen wird, kann nicht gezielt gesteuert werden. Dabei wächst der Druck, Effizienzpotenziale zu nutzen, Kosten zu reduzieren, Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen und die Produktion stabil am Laufen zu halten.
Wenn wir bei Kundenbesuchen jedoch fragen: „Wissen Sie genau, wie Ihre Druckluft direkt an der Maschine performt?“, hören wir oft: eher nicht.
Das ist verständlich. Druckluft arbeitet meist leise im Hintergrund. Sie fällt erst dann auf, wenn etwas nicht mehr funktioniert. Ohne echte Daten bleiben jedoch nur Annahmen: Ihr System könnte effizient sein. Es könnten Leckagen auftreten. Es könnte Druckverluste geben. Aber ohne Messung bleibt es beim Verdacht.
Digitalisierung schafft hier Klarheit. Sie macht aus Vermutungen belastbare Fakten und legt damit die Grundlage für echte Verbesserungen.
Druckluft ist ein großer Hebel für mehr Energieeffizienz.
In vielen Produktionsumgebungen entfallen typischerweise rund 20 % des gesamten Energieverbrauchs auf die Erzeugung von Druckluft. Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Verbraucher: Blasanwendungen können mehr als 40 % des Druckluftverbrauchs ausmachen, Aktoren rund 14 % und Vakuumanwendungen etwa 9 %.
Grafik aus dem SMC-Katalog „Vorschläge zur Energieeinsparung in Fabriken“
Druckluft ist ein zentraler Ansatzpunkt, wenn Unternehmen Energie effizienter nutzen und CO₂-Emissionen reduzieren wollen. Doch viele Produktionsbetriebe messen ihren Druckluftverbrauch noch immer nur zentral am Kompressor.
Damit wird sichtbar, wie viel Druckluft insgesamt erzeugt wird. Nicht sichtbar wird jedoch, wo sie tatsächlich verbraucht, verschwendet oder ineffizient eingesetzt wird.
Welche Maschinen treiben den Verbrauch in die Höhe? Wo entstehen Leckagen oder Druckverluste? Und welche Kosten bleiben unbemerkt, weil die entscheidenden Daten fehlen? Antworten darauf finden Sie nicht allein im Kompressorraum, sondern direkt in der Produktion.
Transparenz beginnt an der Maschine
Hier entfaltet die Digitalisierung ihren eigentlichen Wert. Denn statt nur einen einzelnen Messpunkt zu betrachten, ermöglichen wir Ihnen Transparenz dort, wo die entscheidenden Erkenntnisse entstehen: direkt auf Maschinenebene.
Durch die Installation von Durchflusssensoren, Drucksensoren und Feuchtemessgeräten an kritischen Stellen entsteht Schritt für Schritt ein klares, datengestütztes Bild Ihrer Betriebsabläufe. Sie erkennen, wie Ihre Druckluft tatsächlich genutzt wird, wo Abweichungen auftreten und wo Optimierungspotenziale bislang verborgen bleiben.
Sobald diese Daten digital verfügbar sind, verändert sich der Blick auf Ihr Druckluftsystem grundlegend. Sie können den tatsächlichen Verbrauch pro Maschine oder Prozess erfassen, die Druckstabilität im gesamten Netzwerk nachvollziehen und frühzeitig Hinweise auf Verschleiß, Leckagen oder Ungleichgewichte im System erkennen.
So reagieren Sie nicht mehr nur auf Probleme, wenn sie bereits sichtbar geworden sind. Sie erkennen Entwicklungen, bevor sie sich auf Effizienz, Qualität oder Anlagenverfügbarkeit auswirken.
Mehr als Energieeffizienz
Viele Unternehmen richten ihren Fokus zunächst auf Energieeffizienz. Vielleicht möchten Sie CO₂-Emissionen senken, interne Nachhaltigkeitsziele erreichen oder steigende Energiekosten besser kontrollieren. In all diesen Fällen ist die Digitalisierung Ihres Druckluftsystems ein klarer Gewinn.
SMC kann Sie dabei unterstützen, den Status quo vor Ort aufzunehmen, ein erstes Audit durchzuführen, relevante Kennzahlen zu messen und den ROI auf Basis realer Daten zu bewerten. Nicht auf Grundlage von Annahmen, sondern anhand belastbarer Fakten.
Von dort aus lassen sich gezielte Verbesserungen ableiten: etwa durch die Optimierung einzelner Komponenten, eine effizientere Druckluftversorgung oder eine bessere Verteilung innerhalb Ihres Systems.
Doch der eigentliche Nutzen geht oft über Energieeinsparung hinaus. Denn nicht immer beginnt die Herausforderung beim Verbrauch. Manchmal zeigt sie sich zuerst in der Produktion: in schwankenden Taktzeiten, Qualitätsproblemen oder ungeplanten Stillständen.
Mit digitalen Daten können Sie den Druckluftverbrauch und das Druckverhalten direkt mit der Maschinenleistung verknüpfen. Dadurch lassen sich Ursachen für Prozessinstabilitäten schneller erkennen, Qualitätsmängel durch Druckschwankungen vermeiden und sogar die tatsächlichen Druckluftkosten pro Produkt berechnen.
Keine Näherungswerte. Keine Schätzungen. Sondern verlässliche Zahlen als Grundlage für bessere Entscheidungen.
Abweichungen erkennen, bevor sie zum Problem werden
Einer der größten Vorteile der Digitalisierung liegt darin, dass Veränderungen im Druckluftsystem schneller sichtbar werden. Und damit auch schneller untersucht und behoben werden können.
Ein allmählicher Druckabfall kann zum Beispiel auf Engpässe in der Verteilung oder Einschränkungen in der Versorgung hinweisen. Veränderungen im Durchflussverhalten können ein Hinweis auf Leckagen, falsche Einstellungen oder veränderte Betriebsbedingungen sein. Steigende Feuchtigkeitswerte wiederum können auf eine nachlassende Leistung des Trockners hindeuten.
Das sind genau die Probleme, die unbeachtet zu Ausfallzeiten, Ausschuss oder steigenden Wartungskosten führen können. Mit den richtigen Daten und passenden Warnmeldungen greifen Sie früher ein, bevor aus kleinen Abweichungen größere Störungen werden.
So wird vorausschauende Instandhaltung praktisch nutzbar: nicht als abstraktes Konzept, sondern als konkreter Vorteil im laufenden Betrieb.
Schritt für Schritt zur intelligenten Druckluftüberwachung
Eine häufige Sorge lautet: „Digitalisierung klingt nach einem großen Schritt.“ Das muss sie nicht sein. In vielen Fällen ist ein schrittweiser Einstieg sogar der sinnvollste Weg.
Sie können zum Beispiel mit einer einzelnen Maschine oder Produktionslinie beginnen und Messpunkte genau dort einrichten, wo sie den größten Nutzen bringen. Auf dieser Basis lässt sich das System gezielt erweitern, sobald Erfahrungen, Vertrauen und Verständnis wachsen.
Moderne Technologien machen diesen Ansatz einfacher denn je. Lösungen wie IO-Link, drahtlose Kommunikation und offene Schnittstellen wie OPC UA erleichtern die Integration zusätzlicher Sensorik in bestehende Anlagen und schaffen die Grundlage für eine skalierbare, zukunftsfähige Druckluftüberwachung. SMC beschreibt diesen Weg ebenfalls als realistischen, schrittweisen Ansatz, der von Monitoring über Steuerung bis hin zur Optimierung führen kann.
Das drahtlose Feldbussystem bündelt Informationen und ermöglicht die Kommunikation über Entfernungen von bis zu 100 Metern
Aus Daten werden Ergebnisse
Daten zu erfassen ist der erste Schritt. Daraus konkrete Verbesserungen abzuleiten, ist der entscheidende. Genau hier macht Erfahrung den Unterschied.
Bei SMC liefern wir nicht nur Automatisierungskomponenten. Wir möchten verstehen, wie Ihre Produktion arbeitet, wo kritische Messpunkte liegen und wie sich Daten in wirksame Maßnahmen übersetzen lassen. Der Einstieg kann zum Beispiel mit der Installation von Durchflusssensoren oder mit unserem Air Management System erfolgen, um eine belastbare Ausgangsbasis zu schaffen.
Von dort aus betrachten wir nicht nur offensichtliche Themen wie Leckagen. Wir analysieren das Druckluftsystem als Ganzes, um auch jene Ineffizienzen sichtbar zu machen, die im laufenden Betrieb oft unbemerkt bleiben.
Auf dieser Grundlage empfehlen wir gezielte Verbesserungen an Anlagen, Komponenten oder Systemstrukturen. Gleichzeitig unterstützen wir Ihr Team mit Schulungen und begleiten die kontinuierliche Optimierung, damit die erzielten Vorteile langfristig wirksam bleiben.
Wir helfen Ihnen, aus interessanten Daten messbare Ergebnisse zu machen.
Das Air Management System von SMC – Serie AMS 20/30/40/60